Donald Trump: Diese Beleidigungen hätte er sich sparen können

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Adam Schiff (59) ist ein ruhiger, höflicher Mann. Die Besonnenheit des Juristen, der seit 18 Jahren für die demokratische Partei im Repräsentantenhaus sitzt, wird von Freund und Feind gleichermaßen gerühmt. Doch für US-Präsident Donald Trump (73) ist er offenbar die Ausgeburt der Hölle. "Shifty Schiff" (zu Deutsch: "durchtriebener Schiff"), so nennt der 73-Jährige ihn bei Twitter , sei "korrupt" und "unehrlich". Ein "Schwächling", "verlogener Dreckskerl" und "Widerling" in seinen Augen.
Trumps Tirade hat einen einzigen Grund: Schiff leitet in der Ukraine-Affäre die Impeachment-Untersuchung gegen ihn - und der US-Präsident hat mal wieder seine berühmte Hasskappe übergezogen. Eine ganze Weile war er seltsam ruhig gewesen, und die Welt fragte sich: Was ist mit ihm los? Ist ihm die Munition ausgegangen? Ist er gar krank? Oder gibt er auf einmal den Staatsmann?

Die spitze Zunge ist zurück

Jetzt ist der alte Trump wieder da, böse wie ein Schachtelteufel. Am liebsten krakeelt er auf Twitter . Und er überschlägt sich vor Wut, vor allem wenn es gegen den ehemaligen Staatsanwalt Schiff geht, der mit dem Amtsenthebungsverfahren einen "Putsch" gegen ihn plane. "Die Lügen des korrupten Politikers Adam Schiff wachsen Tag für Tag", schrieb Trump bei Twitter und teilte der eigenen Partei mit: "Republikaner, ihr habt es mit menschlichem Abschaum zu tun."
So kräftig wie gegen den "kleinen Adam Shit" hat der US-Präsident schon lange nicht mehr ausgeteilt. Es war Juni, als er Nancy Pelosi (79) von den Demokraten in einem Fox-News-Interview als eine Zumutung, eine "widerliche, rachsüchtige, furchtbare Person" bezeichnete. Den ehemaligen Vizepräsidenten Joe Biden (77), der bei den nächsten Wahlen sein Herausforderer sein könnte, hält Trump unterdessen für "schläfrig" und "dumm". Immerhin: "Joe Biden war nur ein guter Vizepräsident, weil er es verstanden hat, Barack Obamas Arsch zu küssen."

Der "Abschaum" muss das abkönnen

Wie es scheint, hat sich Trump in die schlimme Vokabel "Abschaum" verliebt. Er verwendet sie, wenn es sein muss, auch gegen die eigenen Leute. Republikaner, die ihn kritisieren oder gar ablehnen, bezeichnet er als "menschlichen Abschaum". Laut seiner Sprecherin Stephanie Grisham (42) hat das einen Grund. Dem TV-Sender Fox News erklärte sie im Oktober dieses Jahres: Wer gegen den Präsidenten arbeite, "verdient so eine starke Ausdrucksweise".
Auch die verbale Attacke auf prominente Parteifreunde scheut der US-Präsident nicht. Den bekannten Senator Mitt Romney (72) bezeichnete er einst als "aufgeblasenen Arsch", weil dieser es gewagt hatte, den Präsidenten in der Ukraine-Affäre zu kritisieren. Und weil er schon mal dabei war, holte Trump bei Twitter zum großen Rundumschlag gegen den Senator aus. Romney habe nie gewusst, wie man gewinne und den wohl mächtigsten Mann der Welt von Anfang an bekämpft. Er, der Präsident, spüre "viel Undankbarkeit", weil er, der Präsident, doch ihn, den "aufgeblasenen Arsch", bei seiner Senatskandidatur unterstützt habe.

Ist ihm gar nichts zu makaber?

Trumps innerparteilicher Lieblingsgegner war Senator John McCain, der im Sommer 2018 seinem Krebsleiden erlag. Testamentarisch hatte dieser verboten, dass Trump auf seiner Beerdigung erscheint. Bei einer Rede im Juni 2019 gab der US-Präsident letztlich zu verstehen - ohne den Namen McCains in den Mund zu nehmen -, dass ihn dessen Ableben "sehr glücklich" mache. Schließlich habe er "eine harte Zeit mit manchen Senatoren" gehabt. Diese seien jetzt "glücklicherweise weg". "Sie sind auf grünere Gefilde gewandert - oder vielleicht auf weit weniger grüne", wurde er damals unter anderem von "Vanity Fair" zitiert .

Selbst Städte sind nicht vor ihm sicher

Gern beleidigt der US-Präsident auch Städte und ganze Landstriche. Ein Beispiel: Baltimore, das überwiegend von dunkelhäutigen Personen bewohnt wird. Der Bezirk sei "ein widerliches, von Ratten und Nagetieren befallenes Chaos", schrieb Trump bei Twitter . Es sei der "schlimmste" und "gefährlichste" Ort der USA, "kein Mensch würde dort leben wollen".
Mit Mexiko kann er bekanntlich ebenfalls überhaupt nicht und mit Puerto Rico, immerhin ein Außengebiet der USA, auch nicht besonders gut. Carmin Yulín (56), die Bürgermeisterin der Hauptstadt San Juan, ist laut seinem Twitter-Kommentar eine "Horrorshow" und Gouverneur Ricardo Rossello (40) "schrecklich" und "inkompetent".
Dem Londoner Bürgermeister Sadiq Khan (49) teilte Trump via Social Media einst mit , dass er ein "Komplettversager" sei, der einen "furchtbaren Job" mache. Zudem erinnere der 49-Jährige ihn an "unseren sehr dummen und inkompetenten" Bürgermeister von New York, Bill de Blasio (58). Allerdings sei sein Londoner Kollege "nur halb so groß".

Lieblingsdisziplin: Gegeneinander ausspielen

Bei seinen Twitter-Beleidigungen liebt Trump das alte Kinderspiel über Bande, nach dem Motto: Weißt du schon, was der über dich gesagt hat? So teilte er etwa bei seinem letzten Japan-Besuch via Twitter mit, dass der von ihm hochgeschätzte nordkoreanische Diktator Kim Jong-un (35) über Widersacher Joe Biden abgelästert hätte. Der Nordkoreaner vermute bei "Sumpfmann" Biden einen "niedrigen IQ" und "sogar Schlimmeres", so die Worte des heute 73-jährigen US-Präsidenten .

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Jan Hartmann
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