Ach, du liebes Kind! Jetzt machen sich schon Grundschüler Sorgen um ihr Aussehen

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Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie hässlich ich mich mit 12 fand. Dass ich mich zu dünn fand, dass ich gerne so Brüste gehabt hätte wie Susanne aus der 6 b und dass ich meine Brille auf einmal hasste. Allerdings weiß ich auch genau, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt über Probleme dieser Art noch nie oder zumindest nie länger als 30 Sekunden nachgedacht hatte. Ich wurde pubertär. Und ich weiß, wie schwierig es ab da für mich war, mich selbst richtig gut zu finden. Noch heute, mit 40, bin ich froh, dass diese Zeit vorbei ist.
Deswegen war ich wahrscheinlich auch so geschockt, als meine sieben Jahre alte Tochter mich neulich fragte, welches Essen dick macht und ob ich ihre Haare nicht zu kurz finde. Für mich ist sie ohnehin perfekt, aber zum ersten Mal fiel mir auf, dass sie das anders sehen könnte. Dann berichtete mir die Mutter einer Drittklässlerin, dass die Freundinnen ihrer Tochter schon extrem häufig darüber diskutierten, ob ihr Hintern  und ihre Oberschenkel zu dick seien. Eine von ihnen wollte bestimmte Hosen nicht mehr tragen, weil sie darin "fett" aussähe. Deswegen plante sie ab sofort mehr joggen zu gehen. Ein Trend, den ich schon bei 20-Jährigen schlimm finde – aber bei Zehnjährigen?!? Völlig absurd . 
Sollten Kinder nicht lieber Dreck unter den Nägeln sammeln als sie  zu lackieren?
Für die Industrie ist dieser Trend natürlich hochprofitabel. Mittlerweile gibt es Nagellacke für Kinder, Bodylotions für Kinder, Shampoos für Kinder, Parfums für Kinder, Haargel für Kinder und sogar Wellnessbehandlungen und Maniküre für Kinder. Aber sollten sie nicht lieber Dreck unter den Nägeln haben als sie sich zu lackieren? Sollten ihre Haare nicht eher zerzaust als gestylt sein? Oder geht vielleicht sogar beides zusammen? 
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es schlimm ist, wenn eine Achtjährige sich Rouge auftragen möchte oder wie eine Disney-Prinzessin aussehen will. Worüber ich mir aber ganz sicher bin, ist, dass sie es nicht tun sollte, um schöner zu sein, weil sie noch nicht hübsch genug ist. Sie sollte sich perfekt finden so wie sie ist, in jeder Hose und ohne Mascara. Egal, ob sie 14 Kilo wiegt oder 44. Noch sicherer bin ich mir darüber, dass das Aussehen im Leben von jedem Mädchen und jeder Frau in jedem Alter keine große Rolle spielen sollte – noch weniger aber bei Grundschülern. Die Spanne, in der sich Frauen wegen ihres Aussehens selbst fertig machen, war schon immer zu groß. Muss sie wirklich noch früher anfangen?
Haben Mädchen nicht schon immer mit den Lippenstiften ihrer Mütter gespielt?
Kann sein, dass ich übertreibe. Kann sein, dass Mädchen immer schon mit den Lippenstiften ihrer Mütter gespielt haben. Natürlich weiß auch ich, dass Kinder immer früher erwachsen werden, dass  die Pubertät schon bei Zehnjährigen einsetzt. Dafür muss man kein Wissenschaftler sein, sondern maximal neben einer weiterführenden Schule wohnen. Aber dass bereits Grundschulkinder so besessen von ihrer Optik sind, hat mich trotzdem erschreckt. Denn hier geht es überhaupt nicht ums Spielen mit dem Lippenstift, schließlich sind die ganzen Verschönerungsmaßnahmen ernst gemeint . 
Nicht nur, dass eine ganze Industrie davon lebt, dass Frauen sich unzulänglich fühlen und deswegen Kosmetik, Shapewear und Diätmittelchen für Unsummen kaufen, jetzt hängen auch die Kinder mit drin. Vor allem natürlich die Mädchen.
Bibi? Von mir aus. Aber die mit dem Besen, nicht die mit dem Beauty Palace
Ich habe überlegt, was ich dagegen tun kann – und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich ein starkes Vorbild sein muss. Ich werde mich deswegen jetzt nur noch gut finden. Ich werde nicht über die Figur oder das Aussehen anderer sprechen. Ich werde höchstens meine Vorzüge betonen und die meiner Töchter. Allerdings nur noch am Rande ihre Optik: Denn ich werde ihnen sagen, wie klug sie sind, wie toll sie lesen und schnell rennen, wie gut sie singen und klettern, wie herausragend sie rechnen und Sandburgen bauen können. 
Außerdem müssen meine Kinder Bücher lesen und Hörspiele hören. I hre Vorbilder sollen Madita, Pippi und Ronja sein . Von mir aus auch noch Bibi – aber bitte die mit dem Besen und nicht die mit dem Beauty Palace.
Vielleicht gucken wir direkt den Dokumentarfilm "Embrace"
Vielleicht fange ich heute Abend direkt an, meinen Töchtern zum Thema vorzulesen: Das Buch " Fuck Beauty ! Warum uns der Wunsch nach makelloser Schönheit unglücklich macht und was wir dagegen tun können" von Nunu Kaller, steht schließlich bei mir im Regal. Und vielleicht gucken wir als nächstes den Dokumentarfilm "Embrace – Du bist schön" vonTaryn Brumfitt. Anscheinend kann man sich ja nicht früh genug mit dem Thema "Schönheit" auseinandersetzen....

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Jan Hartmann
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Gesundheit ist nach der Definition der WHO einerseits der "Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens", andererseits aber auch ein "menschliches Grundrecht". Das wir Alle auf unsere aber auch die Gesundheit Anderer ein wachsames Auge haben sollten, ist sicherlich einleuchtend.

Laut BfGA ist die Gesundheit ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.
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Kultur als Begriff kann in vielen Zusammenhängen genutzt werden. Spricht man z.B. von einem Kulturtempel, ist genau genommen ein Museum gemeint. Spricht man hingegen von einer Hochkultur, dann meint man damit ein Volk, das in seiner Blütezeit viel hervorgebracht hat wie z.B. die alten Ägypter.